289 Register, Eröffnungstreffen in England

Nachdem wir über den Winter einen neuen Rover 4,6 L Motor und ein neues SDI Getriebe in den Wagen eingebaut hatten, hatten wir vor Aufbruch zu obigem Treffen erst 130 aufregende Kilometer hinter uns!

Die erste Ausfahrt endete abrupt mit einem Kurzschluß, der ein kleines Feuer unter der Motorhaube verursachte. Der ADAC war so freundlich, uns bis nach Hause abzuschleppen, damit Dave die fehlerhafte Lichtmaschine und die Verkabelung ersetzen konnte.

Die zweite Ausfahrt war zu Ende, bevor sie angefangen hatte der - Anlasser gab den Geist auf. Obwohl Jürgen Mattem in Düsseldorf sehr hilfsbereit war und uns einen neuen Anlasser besorgen konnte, konnten wir den Auspuffkrümmer und die Lenkradstange (die wir zwecks Wiedereinbau des Anlassers entfernen mußten) erst am späten Donnerstag Abend wieder einbauen.

Dennoch hielten wir an unserem eigentlichen Plan fest und fuhren am Freitag (25.04.97) um 7:00 Uhr morgens los. Aller Stauraum unserer Cobra BRA 289 war vollgestopft mit Kleidung (vornehmlich warm und wasserdicht), einem Not-Werkzeugkoffer, Reservekanister und sogar einem Zelt (wir hatten kein ,,Bed & Breakfast" gebucht, aber wir hatten eine grobe Vorstellung, wo wir die nächsten 10 Nächte verbringen wollten).

Wir waren unangenehm überrascht, nach nur 10 km auf unserer Fahrt gen England schon wieder einen Brandgeruch ausmachen zu können - diesmal von den vorderen Bremsen, die sich fast auf den Bremsscheiben festgefressen hatten. Während wir ca. 1 Stunde lang warteten, daß die Bremsscheiben und Bremstättel abkühlten, riefen wir ein Bosch Service Center in Bonn an und machten einen Termin für eine Bremsüberprüfung aus. Nachdem wir 2 ½ Stunden dort verbracht hatten, wurde der Hauptbremszylinder als Ursache des Problems ausgemacht. Da MGB-Bremsteile bekanntlich besser in England als in Deutschland erhältlich sind, standen wir vor der Entscheidung, sehr vorsichtig nach England zu fahren oder nach Hause zurückzukehren. Nach nur 3 km wurde diese Entscheidung für uns getroffen - die vorderen Bremsen blockierten die Reifen vollkommen.

Nach einer erneuten Wartezeit von 2 ½ Stunden - diesmal warteten wir auf den Abschleppwagen des ADAC - waren wir um 14:15 Uhr wieder am Ausgangspunkt unserer Reise, eine Tatsache, die besonders unsere Nachbarn amüsierte! Nachdem wir all unser Gepäck, das wir so vorsichtig in die Cobra gepackt hatten, lieblos im Firmenkombi verstaut hatten, gingen wir ein zweites Mal auf die Reise und kamen nach einem 25 km Siau um Lille um 19:00 Uhr in Calais an. Die nächstmögliche Fähre wäre von P&O uni 19:30 Uhr gewesen, aber das billigste Ticket kostete FFR 1.120,- (ca. DM 365,-). Stena hatte noch Platz auf der 20:30 Uhr Fähre und ein Ticket zu einem Sonderpreis für FFR 200,- (ca. DM 65,-). Die Entscheidung, eine Stunde Wartezeit in Kauf zu nehmen und mit Stena zu fahren, war schnell getroffen. Wir nutzten die Wartezeit, um ein ,,Bed & Breakfast" für die nächsten zwei Nächte in Woodstock, in der Nähe von Oxford, zu buchen.

Nach einem sehr leckeren Abendessen auf der Fähre, erreichten wir Dover schließlich um 21:00 Uhr (englische Zeit) und fuhren nach Woodstock, wo wir gegen 23:00 Uhr ankamen (nachdem wir auf der M25 geblitzt worden waren: 170 km/h statt der vorgeschriebenen 115 km/h). Wir waren froh, daß der Tag ein Ende gefunden hatte!

Da Woodstock nur etwa 10 km von der Kidlington Air Training Schnol entfernt ist, wo ab Mittag das erste Treffen des 289 Register abgehalten werden sollte, begannen wir Samstag, 26.04.97, mit einem gemütlichen Frühstück und einem anschließenden Einkaufsbummel in Oxford (Platz genug für Einkäufe hatten wir ja nun). Das Wetter hatte sich leider immer noch nicht gebessert, es regnete und war recht windig. Dennoch fanden sich fünf 289 Cobras (alles Hawk) ein, sowie zwei weitere Clubmitglieder, die gerade dabei sind, ihre Autos zu bauen, und der übliche Austausch von Autogeschichten und Informationen begann. Es war sehr schade, daß wir unsere Cobra BRA Mkl nicht neben den Hawks parken konnten, aber wir hatten wenigstens Sitzheizung. Klimaanlage und einen trockenen Wagen!

Der Schriftführer des neuen 289 Registers hatte die Air Training School ausgewählt, da sein Sohn gerade dabei ist, eine Pilotenausbildung zu machen. So wurde uns eine erstklassige Führung über das Gelände zuteil, inkl. des Kontrollturms, Wetterzentrum (da mehr Regen für den zweiten Tag des Treffens erwartet wurde, wurde das eigentlich für Sonntag geplante ,,Grill-Mittagessen" gestrichen) und Besichtung diverser dort stationierten Flugzeuge (inkl. des Helikopters von Tom Walkinshaw's TWR Rennteam und Frank William's Cessna Citation. Eine Reihe von Polizeihelikoptem kam und ging bzw. flog. um den Verkehr in und um Oxford im Auge zu behalten, denn für den nächsten Tag hatten sich Hunderte von Harley Davidson Motorradfahrern angesagt, die sich dort trafen, um Geld für einen guten Zweck zu sammeln.

Der sehr interessante Tag fand seinen angenehmen Abschluß in einem ,,Pub", wo wir eine leckere Mahlzeit mit mehreren Gläsern Bier herunterspülten. Leider machten sich bereits nach dem Essen zwei Autos wieder auf den Heimweg (ein 289 mit einem hochgetunten Ford 302 Motor mit über 360 PS, der die 330 km zurück nach Nordengland innerhalb von 2 Stunden hinter sich gebracht hatte).

Glücklicherweise wurden die beiden Heimfahrer am nächsten Morgen durch zwei andere 289er ersetzt und wir fuhren im Konvoi über enge Landstraßen (ca. 1 Stunde) zum British Heritage Motor Museum in Gayford. Hier sind diverse Prototypen und historische Fahrzeuge ausgestellt. wie z.B. ein BRM Rennauto mit einem Jet Motor der eigentlichin Le Mans starten sollte, eine Rover Limousine mit einem Jet Motor sowie eine Jaguar XJ V12 Limousine und ein Triumph Dolomite Sprint die an den Britischen Tourenwagcn Meisterschaften teilgenommen hatten. Der erste je gebaute Mini war da und der erste oder letzte Wagen anderer britische Autos (einer der ersten BMW's von ca. 1928, der eigentlich ein Austin Swallow war, den BMW in München gebaut hatte).

Am Ende des Treffens wurden wir für einen Preis der freundlicherweise von Geiry Hawkridge gespendet wurde, nominiert - und gewannen!! Wir wurden ausgewählt weil wir zum einen die längste Anfahrt hatten und zum anderen weil wir widrigen Umständen zum Trotz uns das Treffen nicht entgehen lassen wollten. Als uns der Preis überreicht wurde, begriffen wir erst die Ironie - es handelt sich um eine Holzplakette mit einem HAWK Logo und wir waren die einzigen anwesenden Mitglieder ohne einen Hawk 289 (obwohl unser BRA 289 während Gerry Hawkridges Zeit bei BRA gebaut wurde).

Wir verabschiedeten uns voneinander und während die anderen Clubmitglieder nach Hause fuhren, verbrachten wir die nächste Woche damit, die Küste von Devon und Cornwall abzufahren.

Am Samstag trafen wir dann bei der Stoneleigh Kit Car Show ein (um uns mit dem Cobra Replica Club und dem GT4O Club zu treffen), um dann am Montag, den 05.05.1997, den Heimweg anzutreten.

David und Andrea Butcher


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