Bericht hier, Fotos weiter unten:
L´Anneau du Rhin - ein Cobra Treffen bei Colmar
September 1995 - in einer Autozeitschrift lese ich eine Kurzmeldung, die besagt, daß im französischen Elsaß bei Colmar eine neue Rennstrecke gebaut werden soll. Aus persönlichem Interesse und mit dem Gedanken, dort eventuell ein Treffen der Cobra IG zu arrangieren, nehme ich umgehend Kontakt zu der angegebenen Adresse auf. Nach einigen Wochen erhalte ich tatsächlich einige Unterlagen, die erste Skizzen und Erläuterungen zur Rennstrecke und erste Preisangaben enthalten. Die Rennstrecke soll Anfang 1996 eröffnet werden.
Die Preise sind moderat und ich informiere unseren damaligen Vorsitzenden, daß man 1996 dort ein Treffen veranstalten könnte. Dessen Resonanz war allerdings (wie befürchtet) sehr frustrierend.
Ende 1995 erfuhr ich wieder aus der Presse, daß die Planung und Genehmigung der Rennstrecke durch "grüne" Einspruche sehr stark behindert werden.
Im August 1996 erhielt ich erneut Post von der Streckenverwaltung mit neuen Unterlagen und dem Hinweis, daß die Rennstrecke im Juli 1996 eröffnet wurde. Durch die oben genannten Probleme waren die Baukosten allerdings höher als erwartet, so daß auch die Mietpreise deutlich angehoben werden mußten. Meine Pläne für ein Cobra-Treffen zerplatzten wie eine Seifenblase.
Doch dann kam mir der Zufall zu Hilfe (damit meine ich aber nicht den Vorstandswechsel). Bei einem Besuch der Firma Suhe in anderer Sache teilten mir die Geschäftsinhaber Martina und Ulli Stoll mit, daß sie neuerdings ein Rennfahrertraining mit Formel Ford Fahrzeugen anbieten.
Auf welcher Rennstrecke - das könnt Ihr Euch wohl denken. Ich klagte den Stolls mein Leid, worauf diese mir anboten, die Strecke zeitweise an die Cobra IG unterzuvermieten. Und da war sie wieder - meine Seifenblase.
Auf der Sitzung des neuen IG-Vorstandes am 27.10.2025 wurde dann festgelegt, daß im September 1997 ein Cobra-Treffen am "L'Anneau du Rhin" stattfinden sollte. Ebi Handloser, meine Frau Susanne und ich wurden als Organisatoren festgelegt. Die eigentliche Arbeit ging jetzt erst richtig los.
Susi und ich pendelten mehrmals zwischen Karlsruhe und Ettenheim, Hiltzheim sowie Görwihl hin und her, um die verschiedensten Dinge mit Ebi, der Rennstreckenverwaltung und den Stolls abzustimmen.
Ebi übernahm u. a. die Organisation der Speisen und Getränke sowie der zahlreichen Helfer. Er besorgte die vor Ort aufgestellten Tische und Bärike und legte die Strecke für die Ausfahrt am Samstag nachmittag fest.
Gemeinsam besuchten wir mehrmals die Rennstrecke und führten zahlreiche Gespräche mit Monsieur Rinaldi Junior und dessen Lebensgefährtin Mademoiselle Bugatti, welche die Streckenverwaltung vor Ort repräsentieren, sowie mit Madame Kohler, der Besitzerin des Hotels "La Couronne", wo wir das Barbecue für Samstag abend bestellt hatten.
Susi und ich kümmerten uns u. a. um die Abstimmung mit der Firma Suhe (Streckeneinteilung bzw. Fahrzeiten, Haftungsfragen, Sanitäter, Streckenposten, Schallemissionsmessung, Parkflächen, Kosten), die Ankündigung in der Cobra News, die Erstellung und die Verteilung der Hotelliste und der Anmeldeformulare, die Erstellung des Programmheftes, die Musik am Samstag abend, die Utensilien für die Kasse im Zufahrtsbereich (Formulare, Wechselgeld, Programmhefie, Essensbons, IG-Accessoires usw) und die Beschaffung von zahlreichen vor Ort benötigten Dingen.
Obwohl die Gegend um Freiburg und Colmar als sehr wettettersicher gilt, haben wir vorsorglich noch einige Sonnen-(bzw Regen-)schirme und Pavillonzelte besorgt und den Aufenthalts- und Speisesaal an der Rennstrecke angemietet (was sich später als sehr sinnvoll herausstellen sollte).
Am Freitag nachmittag trafen bereits die ersten Teilnehmer ein. Bei schönem Wetter und bester Laune richteten wir uns vor Ort ein und trafen alle Vorbereitungen für das Wochenende. Tische, Bänke, der Grill und der Kühlwagen für dir Getränke wurden aufgestellt. Am Abend trafen wir uns im "La Couronne" zu einem ausgiebigen französischen Abendessen.
Am Samstag morgen traf uns fast der Schlag - es regnete. Der Wetterbericht klärte uns auf, daß es in fast ganz Deutschland trocken war - aber in der vermeintlich niederschlagsärmsten Ecke Deutschlands, da regnete es! An der Rennstrecke hatte es aufgehört zu regnen. Wir richteten leicht enttäuscht die Kasse ein und hängten das IG-Banner und die Hinweisschilder in den umliegenden Ortschafften auf. Hoffentlich kommen wenigstens noch ein paar Teilnehmer.
Um 10.00 Uhr treffen die ersten Teilnehmer des Schweizer Cobra Clubs ein. Es sind Urs Käser mit seinem Daytona Coupe und zwei Freunde mit weiteren Cobras. Nach und nach kommen immer mehr Teilnehmer an.
Inklusive einiger erst am Sonntag eintreffender Nachzügler zählen wir insgesamt 47 Cobas, davon 17 aus der Schweiz, zwei aus Frankreich und eine aus Holland. In Anbetracht des schlechten Wetters sind wir zufrieden. Um 11.00 Uhr heißt es aufstellen zur ersten Session auf der Rennstrecke. An allen Fahrzeugen wird die Lärmemission gemessen - es gibt keine Probleme. Die ersten Mutigen wagen sich auf die noch feucht Rennstrecke. Bei abtrocknender Strecke werden die Jungs immer mutiger bis, bis die erste Cobra abfliegt. Gott sei Dank endet der Ausflug nur im Kiesbett und nicht an der Betonmauer. Kurze Zeit später fliegt auch der rote Super Seven, der die Cobra-Fahrer auf Trab hält, in der westlichen Spitzkehre ab und landet ebenfalls im Kiesbett.
Die für den Nachmittag geplante eineinhalbstündige Ausfahrt durch das Elsaß müssen wir wegen Regens um ca. eine Stunde verschieben. Als das Wetter aufklärt wagen wir den Start. Auf wundersame Weise bleiben wir für die Zeit der Ausfahrt von dem irdischen Naß verschont, so daß die Teilnehmer die Schönheit des Elsaß genießen können.
Da es anschließend wieder zu regnen beginnt, begeben sich am späten Nachmittag nur noch wenige Cobras auf die jetzt sehr rutschige Rennstrecke. Wegen des anhaltenden Regens können wir auch das geplante Barbecue im Freien mit Lagerfeuerromantik vergessen. Glücklicherweise haben wir ja den Speisesaal angemietet. Dem Wirt des "La Couronnee" gelingt es trotz des Regens, das Grillfeuer am Leben zu halten und ein Lamm und ein Wildschweinferkel am Grill zu braten. Gegen 19.00 Uhr beginnt das Barbecue.
Nachdem alle gesättigt sind. versteigem wir ein Programmheft des Cobra-Happenings von Laguna Seca mit einer Original-Unterschrift von Carroll Shelby. Werner Sartoris hat den längsten (finanziellen) Atem und nennt das begehrte Teil nun sein Eigen.
Anschließend hält uns ein Freund mit Gesang und mit Musik von Gitarre und Mundharmonika bis in die Nacht bei guter Laune. Die letzten Nachtschwärmer fahren wir mit unserem Shuttledienst nach Mitternacht in ihre Hotels.
Am Sonntag morgen trauen wir unseren Augen nicht - es ist trocken, die Sonne scheint. Nach einem hastigen Frühstück sammeln wir mit dem Shuttledienst die meisten der in verschiedenen Hotels untergebrachten Teilnehmer wieder ein. Am späten Vormittag geht es auf der Rennstrecke dann richtig zur Sache. Die Cobra Fahrer lassen es so richtig knallen. Allerdings fordert das heute sehr hohe Tempo auf der kurvenreichen Strecke seinen Tribut: die meisten Cobras kommen nach wenigen Runden mit überhitzten Bremsen in den Boxenbereich zuruck. Trotzdem haben alle Fahrer viel Spaß.
Da zur Mittagszeit schon viele Teilnehmer die Rückreise antreten, sind am Sonntag nachmittag nur wenige Cobras auf der Rennstrecke. Wir nutzen die Gelegenheit und fahren endlich selbst einige ausgiebige Runden.
Gegen 17.00 Uhr ist alles vorbei. Die letzten Teilnehmer begeben sich auf die Rückreise. Wir bauen ab, räumen auf, packen alles zusammen und fahren nach Hause.
Wir sind ziemlich fertig. Doch wir denken, der Aufwand hat sich gelohnt, denn zumindest einige Teilnehmer haben uns Ihre Zufriedenheit bekundet.
Susanne und Hansjörg Angele
Rennstrecke "L´anneau du Rhin" in Hiltzheim bei Colmar, Frankreich
Das Ford Suhe Motorsport-Team ermöglichte uns die Nutzung der Strecke
über 40 Fahrzeuge aus CH, D, und NL waren gekommen
Eine besondere Augenweide: eines der ganz wenigen daytona Coupes in Europa
5.0L Ford, 300 PS, KAT, Klima, 1100 kg, Vmax: 280km/h
zu verkaufen für 140.000 SFR bei Käser Fahrzeugbau Tel. +41-61/4216252
Gleich geht´s los....
Die 3km lange Rennstrecke war etwas kurvig für die schweren 8-Zylinder, doch Fun hat´s gemacht.
So kann´s enden...
Abends Spanferkel und Lamm vom Spieß, dazu französischen Wein oder deutsches Bier....