Originale und Nachbauten - ein viel diskutiertes Thema

Als ich kürzlich das "Shelby American World Registry" durchblätterte, stieß ich auf ein Thema, das mindestens so alt ist wie der Begriff Oldtimer und das schon so manche Diskussion im Kreis der Autoliebhaber auslöste: klassische Automobile und deren Nachbauten.

Nachbauten haben insbesondere bei der Cobra sicherlich eine Daseinsberechtigung, denn auch sie halfen dabei, diese Legende am Leben zu erhalten. Es ist jedoch zu beachten, ob es sich hierbei um, auf den ersten Blick mehr oder weniger leicht zu identifizierende, Kopien handelt, die primär nur das schöne Aussehen und den leistungsstarken Motor mit dem Original gemeinsam haben (Kit Cars, siehe unten), oder ob es sich um regelrechte Fälschungen handelt, die in betrügerischer Absicht aufgebaut und als Originale angeboten werden (Air Cars, siehe unten).

Der Shelby American Automobile Club (SAAC) äußert sich hierzu wie folgt:

,,Seit es Cobra Kit Cars mit GFK-Karosserien gibt, werden diese Fahrzeuge als "Replikas" bezeichnet. Dies ist jedoch nicht die richtige Bezeichnung, da solche Fahrzeuge keine wirklichen Kopien der Cobra sind. Webster's Wörterbuch definiert "Replika" als 1) eine Wiederherstellung oder Kopie eines Kunstwerks, insbesondere eine vom Hersteller des Originals angefertigte Kopie, 2) exakte Wiederherstellung oder Kopie; getreue Nachbildung. Kit Cars sind keine getreue Nachbildung der Original-Cobra. Die qualitativ hochwertigeren Fahrzeuge haben zwar Karosserieformen, die der des Originals optisch sehr nahe kommen. Bezüglich der verwendeten Werkstoffe und Teile, die für ihren Aufbau verwendet wurden (Rahmen, Unterbau, Achsen, Bremsen, in manchen Fällen sogar die Motoren und Antriebsstränge), sind sie aber alles andere als getreue Nachbildungen und sollten daher nicht als "Replika" bezeichnet werden."

Der SAAC hat folgende Kategorisierung bezüglich der Herkunft von Cobras festgelegt:

Ich finde, diese Einteilung wird allen Fahrzeugtypen gerecht. Und wenn jeder Cobra-Besitzer in seiner Cobra das sieht, was sie nach dieser Kategorisierung darstellt, dann wird es in Zukunft hierzu auch keine Glaubenskriege geben. Schließlich haben wir alle - egal ob wir Besitzer eines Originals oder eines Nachbaus sind - ein gemeinsames Interesse: den schönsten und imposantesten Roadster, den es für uns jemals gab - die Cobra.

Anmerkungen zu den Chassisnummern:
Die Original-Cobras wurden in der Zeit vom 20. Februar 1962 bis zum 27. August 1968 gebaut. Alle in dieser Zeit von AC in England vergebenen Chassisnummern begannen mit 3 Buchstaben. Dabei sind folgende Kombinationen zu unterscheiden:

Die 260er und 289er Cobras trugen die Chassisnummern CSX2000 bis CSX2589 sowie die COB/COX-Nummern 6001 bis 6062. Zudem trugen zwei Daytona Coupes die Chassisnummern CSX2601 und CSX2602.

Die Nummern 6052 und 6056 wurden nicht vergeben.

Die 427er Cobras trugen die Chassisnummern CSX3OO1 bis CSX3360 sowie die COB/COX- Nummern 6101 bis 6132.

Die Chassisnummern sind an jedem Fahrzeug an mehreren Stellen eingeschlagen oder eingraviert (teilweise nur 2, 3 oder 4 Ziffern): Rahmen vorne rechts, linkes Haubenschloß, Türscharniere, Kofferraumschloß, Kardantunnel und hintere Schottwand.

Hansjörg Angele

Nebenbei: Die Markenbezeichnung Cobra ist bis heute eingetragenes Warenzeichen der FORD Motor Company, USA


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